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Yohannes Berhane: Die Geschichte eines Flüchtlings, der in der Schweiz ankam und nichts hatte, ausser Vater zu sein.

Am 3. Juni ist Vatertag. Höchste Zeit also, wieder einmal einen Vater zu interviewen. Einen wie Yohannes Berhane. Vor 27 Jahren flüchtete er aus Eritrea, gründete hier eine Familie und später den Verein «Vater sein in der Schweiz». Aber lest selbst.

Bilder von Caspar Martig.

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Yohannes Berhane ist Gründer, Präsident und Berater beim Verein «Vater sein in der Schweiz». Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ( 21) und (19) in Bern.
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Bald ist Vatertag. Was bedeutet es Dir, Vater zu sein?
Vatersein ist für mich alles. Die Familie ist der Kern, ohne sie haben wir keine Basis. Und das ganz egal ob hier in der Schweiz, in Eritrea oder sonst wo auf der Welt.

Gibt es trotzdem Unterschiede? Also ist das Vatersein in der Schweiz ein anderes als in Deinem Heimatland?
Ja. Es fing eigentlich schon mit der Geburt an. Wir waren in einem Schweizer Spital und ich war mittendrin, im Gebärsaal mit meiner Frau. Das war für mich ein Riesenschock. Es hat lange gedauert, es war streng und ich hatte schlicht keine Ahnung was da vor sich ging. Zehn Tage lang war ich total fertig. Ich hatte gar beschlossen: fertig Sex, fertig Kinder. In Eritrea sind die Männer nicht dabei. Sie warten draussen, erfahren, wenn das Kind da ist, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist und stossen dann darauf an.

 

In Eritrea ist die Familie gross und das Familienleben spielt sich nicht in deinen eigenen vier Wänden ab.

 

Das klassische Rollenbild also?
Genau. Und so geht es dann auch weiter. Das Windelwechseln, das sich um die Kinder kümmern, das Kochen, Waschen, der Haushalt – das alles ist Sache der Frau. Das ist eine sehr traditionelle Gesellschaft mit klaren Rollenmustern.

Da ist nicht alles negativ.
Nein bei Weitem nicht. In Eritrea ist die Familie gross und das Familienleben spielt sich nicht in deinen eigenen vier Wänden ab. Das Kind wächst in einer Gemeinschaft auf und wird auch von dieser erzogen. Da ist die Grossmutter, die Tante, die Cousine – und alle sind gemeinsam die Familie. Das ist vor allem auch in den ländlichen Gegenden der Fall. Und viele Flüchtlinge kommen genau da her.

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Du hast also aufgrund dieser Erfahrungen den Verein «Vater sein in der Schweiz» gegründet. Erzähl!
Eritreische Väter verlieren hier einen grossen Teil ihrer gesellschaftlichen Stellung. Zuhause hatten sie eine Arbeit, haben Geld verdient, die Familie ernährt. Wenn sie hierher kommen, erhalten sie als Familie Geld vom Sozialamt. Und der Vater er verliert seine Daseinsberechtigung. Er hat noch nie in seinem Leben gekocht oder Windeln gewechselt. Wir versuchen ihnen also zu helfen, ihre neue Rolle zu finden und zu akzeptieren. Und darin auch Gutes zu sehen.

 

Integrationsprojekte gibt es in der Schweiz heute sehr viele. Und doch herrscht  immer noch ein Mangel. Denn es gibt eine Lücke zwischen den Fachpersonen und den Immigranten – eine kommunikative Lücke.

 

Mit dem Verein leistest Du einen wichtigen Teil zur Integration. Aber wie funktioniert eigentlich gute Integration genau?
Gute Integration beginnt mit Kommunikation. Das war früher so, das ist heute so und das wird auch immer so bleiben. Als ich am 12.12.1990 neu in der Schweiz ankam, war alles noch viel schwieriger. Nur schon eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, war kompliziert. Hingegen war es viel einfacher einen Job zu bekommen, als dies heute der Fall ist.

Wie ist es denn heute?
Heute erhalten die Leute zwar einfacher eine Aufenthaltsgenehmigung, finden aber fast keine Arbeit. Die Schwierigkeiten liegen also ganz woanders. Integrationsprojekte gibt es in der Schweiz heute sehr viele. Doch es herrscht immer noch ein Mangel. Denn es gibt eine Lücke zwischen den Fachpersonen und den Immigranten – eine kommunikative Lücke.

Eine Lücke, die Du versuchst zu schliessen. Ist es einfacher solche Projekte zu realisieren, wenn man selbst betroffen ist?
Die Leute vertrauen mir, denn ich kann mit ihnen meine Erfahrung teilen. Ich erzähle ihnen also meine Geschichte, wie es war, hier anzukommen.

 

Wenn du in Eritrea ein Kind bekommst, dann helfen dir alle. Hier blieb alles einzig und alleine an meiner Frau hängen.

 

Wie schwierig war das für Dich und Deine Frau am Anfang?
Schwierig. Es war auch für meine Frau eine grosse Herausforderung. Denn sie musste dann ja – als ich bei der Arbeit war – alles von A bis Z selber machen. Wenn du in Eritrea ein Kind bekommst, dann helfen dir alle. Die Grossmutter ist bei der Geburt dabei, die Tante fährt einkaufen, die Cousinen kümmern sich dann auch mit ums Kind. Hier blieb alles einzig und alleine an meiner Frau hängen.

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Und wie war es für Dich?
Ich habe relativ schnell eine Stelle in einem englischen Pub gefunden. Ich kam da in Kontakt mit den Einheimischen – was massgebend ist für eine gute Integration. Ich habe mich aber anfangs auch ein wenig gescheut. Ich kann mich gut erinnern, dass ich zum Beispiel immer die linke Seite der Bar bedient habe.

 

In Eritrea ist es so, dass du einer Respektsperson nie in die Augen schaust. Das ist in der Schweiz natürlich ein riesiges Problem.

 

Die linke Seite?
Ja, da sassen tendenziell die englischsprachigen Gäste. Rechts hingegen sassen die Berner. Und sie bestellten solch komische Sachen wie ein Dreier Mineral, ein Herrgöttli oder einen Ballon Weisser. Mein Chef hat das dann schnell herausgefunden und mir gesagt: Yohannes, du servierst nur noch rechts. So habe ich also Berndeutsch gelernt. Und ich habe anfangs viele Fehler gemacht. Ich habe dann eben drei Wasser gebracht oder nach diesem weissen Ballon gesucht. Aber nach drei Monaten war es gut. Kommunikation ist wirklich das A und O in der Integration. Es ist aber nicht mal primär die Sprache, sondern vor allem auch um die Mimik und Gestik.

Warum? Gibt es da solch grosse Unterschiede?
Oh ja. Und wie. In Eritrea ist es so, dass du einer Respektsperson nie in die Augen schaust. Auch einer Frau nicht, die du nicht kennst. Wenn ein Eritreer also mit einem Lehrer, einem Polizisten oder einer älteren Person spricht, dann schaut er diese Person nicht direkt an. Das ist in der Schweiz natürlich ein riesiges Problem. Denn wenn jemand Dir hier nicht in die Augen schaut, dann hat man sofort das Gefühl, etwas stimmt mit der Person nicht. So ist das also der erste Punkt, den ich mit den Männern bespreche. Denn wenn dir das ja niemand erklärt, dann kannst du es nicht wissen.

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Wer hat Dir das alles erklärt?
Niemand. Als ich mit meiner Frau in der Schweiz ankam, waren wir ziemlich einsam. Aber so ist das. Und es gab für uns damals keine andere Wahl als aus Eritrea zu flüchten.

Wieso?
Damals waren Eritrea und Äthiopien noch vereint. Unter dem äthiopischem Regime wurden alle Männer gezwungen, Militärdienst zu leisten. Das heisst: Ich hätte gegen meine eigenen Landsleute kämpfen müssen. Das kam nicht in Frage. Also gingen wir. Ich möchte aber betonen: Ich bin nicht gegangen, weil ich nach Europa wollte. Das war nie der Plan. Also das ist nicht etwas, dass ich wollte. Ich bin auch nicht gegangen und habe gedacht, dass ich weg bleiben würde.

Trotzdem seid ihr geblieben. Wie kam es dazu?
Nach der Unabhängigkeit 1993 wollten wir nach Hause zurückkehren, aber das Land war total kaputt und wir konnten nicht sofort wieder zurück. Wir waren in Planung, die Entwicklung war gut. Doch dann kam das Jahr 1998 und alles war auf einen Schlag anders. Wir hatten bis dahin nur ein kleines Zimmer zum Wohnen, wir haben ja nicht gedacht, dass wir hierblieben. Mit der Kriegserklärung Äthiopiens an Eritrea blieb uns aber keine Wahl.

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In Eritrea warst Du inmitten Deines Chemiestudiums. Was wärst Du geworden, wärst Du geblieben?
Genau, ich war Chemiestudent. Diese Materie hat mich immer interessiert und fasziniert. Das wäre aber wohl nicht mein Beruf geworden. Ich hätte mit Sicherheit das Geschäft meines Vaters übernommen, ihm gehörte eine Autofahrschule, in der ich auch schon als Fahrlehrer arbeitete.

Und was bist Du hier geworden?
Vieles. Ich habe im Gastgewerbe gearbeitet, auf dem Bau, in einer Metzgerei, im Chemielabor, als Betreuer, als Übersetzer.

 

Irgendwann musste ich den Herrn unterbrechen und ihm sagen, dass das Gespräch, welches wir hier führen, einfach keinen Zusammenhang mit meiner Hautfarbe oder meiner Abstammung habe.

 

Es gab sicherlich auch schwierige Situationen, oder?
Immer wieder ja. Beispielsweise als unsere Tochter eingeschult werden sollte. Sie hatte die ersten Wochen extrem Angst. Und wir wussten einfach nicht wovor. Also habe ich die Schule kontaktiert und um Hilfe gebeten. Wir wurden dann im Verlauf eines Gesprächs gefragt, ob wir Streit zuhause hätten. Ich habe mit: «ja, manchmal», geantwortet. Denn welche Familie hat denn nicht ab und zu Streit. Das Ganze hat mit einer Runde von acht Leuten an meinem Tisch geendet – inklusive der KESB. Und mir wurde dann etwas erzählt über die Schweizer Kultur und über das es halt anders ist hier als in Afrika. Irgendwann musste ich den Herrn unterbrechen. Ich habe ihm gesagt, dass ich stolz sei, Afrikaner zu sein. Und dass ich stolz sei, hier in der Schweiz leben zu dürfen. Aber dass das hier nun mal einfach keinen Zusammenhang mit meiner Hautfarbe oder meiner Abstammung habe. Meine Tochter hat ein Problem. Der Herr ist rot geworden und die Sache war erledigt. Unsere Tochter hat dann Hilfe erhalten und wir haben das Problem gelöst. Das ist nur ein Beispiel. Ein Beispiel aber, dass mir passiert ist. Mir, der Deutsch spricht und das Schulsystem versteht – stellt Euch jemanden vor, der diese beiden Voraussetzungen nicht hat.

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Die eigene Vaterrolle definiert sich oft über diejenige des eigenen Vaters. Wie ist das bei Dir?
Mein Vater war in vielem ein Vorbild. Er war ein sehr strenger, aber ein sehr guter Vater. Er hat mich früh in die Verantwortung genommen, mir viel gezeigt, ermöglicht und mich immer motiviert. Ich habe schon mit acht Jahren in seiner Autofahrschule mitgearbeitet, habe so schon früh den Kontakt zu Erwachsenen gehabt und war sehr selbstständig.

 

Es ist wichtig, dass wir den Leuten, die aus einer völlig fremden und anderen Kultur kommen, erklären, wie es hier in der Schweiz geregelt ist. Und wie wir hier unsere Kinder erziehen.

 

Inwiefern war er streng?
Er hatte sehr klare Vorstellungen von Respekt. Und davon was gut und schlecht ist. Ich habe dies auch ab und zu körperlich zu spüren bekommen und es gab Schläge. Ich sage dies aber nicht mit einem Vorwurf. Das gehört in der eritreischen Kultur zum Erziehungsbild.

Körperliche Gewalt ist, wie Du sagst, in der afrikanischen Erziehungskultur ein Thema. Eines, das auch Ihr im Verein thematisiert?
Ja, natürlich. Und: ja, unbedingt. Es ist wichtig, dass wir den Leuten, die aus einer völlig fremden und anderen Kultur kommen, erklären, wie es hier in der Schweiz geregelt ist. Und wie wir hier unsere Kinder erziehen. Dass Liebe und Respekt die Grundpfeiler sind. Und dass Schläge – nur schon von Gesetzes wegen – nicht toleriert werden.

Ist das für sie schwierig zu akzeptieren?
Ja und nein. Sie kennen nichts anders. Aber ich versuche ihnen, auf eine sehr logische und anschauliche Art und Weise zu erklären, warum es so ist.

Das heisst?
Wir sitzen in den Diskussionsrunden in einem grossen Kreis. Sechs bis acht Männer. Als erstes erzähle ich eine Geschichte meines Vaters. Eine Erinnerung an ihn. Ich bin vier Jahre alt und wir sind gemeinsam in einem Fussballstadion. Dann erzähle ich ihnen, was ich erlebt habe und wie meine Beziehung zu meinem Vater war. Dann überlasse ich den Anwesenden das Wort. Jeder muss reihum erzählen, was er für Erinnerungen hat, an die Zeit bis er 12 Jahre alt war.

 

Es geht darum, dass die Leute reflektieren. Dass sie sich erinnern und sich überlegen, wie war ihr Vater und vor allem: Was wollen sie für ein Vater sein.

 

Das funktioniert?
Nicht immer, aber oft. Es geht darum, dass die Leute reflektieren. Dass sie sich erinnern und sich überlegen, wie war ihr Vater und vor allem: Was wollen sie für ein Vater sein. Der Mensch ist so, dass er es ja eigentlich besser machen will. Wenn wir das geklärt haben, sprechen wir über die Zeit von 12 bis 20.

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Über was genau wird da gesprochen?
Über alles. Kindheit, Jugendlich-sein, Sexualität, Beruf. Dinge, die das Leben eines Menschen prägen. Nach dieser Runde bestimmen wir in der Gruppe ein Thema, über das wir dann vertieft sprechen. Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal steht die Stellensuche im Vordergrund, manchmal das Thema Gesundheit.

Wie schwierig ist es, sich selbst abzugrenzen und die Probleme der Männer nicht zu den eigenen werden zu lassen?
Ich kann sehr gut abstrahieren und ich habe gelernt zu merken, bis wann ich etwas tragen kann. Ich sitze da, höre zu, versuche nach Lösungen zu suchen und zu helfen. Aber dann muss die Sache für mich auch erledigt sein.

Was beschäftigt Dich am meisten?
Wenn Kleinigkeiten zu grossen Problemen werden. Egal ob eigen- oder fremdverschuldet.

 

Ich will, dass dieses System weltweit Schule macht. Vielleicht auch in Eritrea. Das wäre dann auch der Zeitpunkt für mich, um zurückzukehren.

 

Was ist das Ziel mit dem Verein?
Ich würde gerne, dass wir schweizweit agieren. Das ist jetzt am Laufen. Wir bilden Leute zu Moderatoren aus, so dass sie Diskussionsrunden führen können. So können Ableger des Vereins quasi in allen Kantonen möglich sein. Aber eigentlich will ich viel mehr. Ich will, dass dieses System weltweit Schule macht. Vielleicht auch in Eritrea. Das wäre dann auch der Zeitpunkt für mich, um zurückzukehren.

Du willst zurück nach Eritrea? Geht das denn?
Ich habe einen B-Ausweis und keinen Flüchtlingsstatus und kann somit auch nach Eritrea reisen. Und ja, irgendwann möchte ich zurück nach Hause.

Was bedeutet Dir Heimat? Und wo ist sie?
Heimat ist da, wo man sich wohl fühlt. Da, wo seine Familie ist. Ich bin 27 Jahre in der Schweiz. Aber ich bin Eritreer geblieben.

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Wie oft wirst Du mit Rassismus konfrontiert?
Nicht sehr oft. Klar, es kann vorkommen, dass man von der Polizei kontrolliert wird. Mir ist das aber genau drei Mal passiert. Wenn mir jemand auf der Strasse Neger sagt, dann ist das ehrlichgesagt kein Problem. Ein Problem ist es dann, wenn es zu Diskriminierungen kommt. Wenn zum Beispiel ein Kind in der Schule diskriminiert wird, weil es eine andere Hautfarbe hat. Oder jemand im Spital nicht gleich behandelt wird, weil er nicht von hier stammt.

Was gibt’s Du Deinen Kindern von Eritrea mit auf den Weg?
Wir sagen, Eritreer sein, heisst nicht, in Eritrea zu sein. Das ist man im Herzen. Dieses Land trägt man im Herzen. Sie müssen sich ihre eigene Identität aufbauen. Sie sprechen die Sprache und wir waren mit ihnen auch zwei Mal da. Doch auf Wurzel- und Identitätssuche müssen sie selber gehen.

 

Manchmal muss man einfach den ersten Schritt tun. Nicht nur als Vater, sondern auch als Mensch.

 

Identität heisst sich selbst zu finden. Sich aber auch einzubringen und sein Umfeld zu integrieren. Funktioniert Integration also beidseitig?
Total. Integration heisst nicht nur, den Leuten zu zeigen, wie sie sich hier zu benehmen haben und sich anzupassen Man kann auch etwas zurückgeben. Dinge, die an unserer Kultur schön und nachahmenswert sind, versuchen in die hiesige Kultur zu integrieren. Ich versuche zum Beispiel immer den Leuten zu sagen, dass sie versuchen sollen diese Schweizer Privatsphäre ein wenig zu durchbrechen.

Wie schafft man das?
Einfach mal die Nachbarn zum Kaffee einladen, ihnen zeigen, wie wir in der Gemeinschaft miteinander umgehen. Es gab da ein sehr schönes Beispiel bei Freunden von uns aus dem Wallis. Wir waren bei ihnen eingeladen, waren viele Leute und da sagt die Gastgeberin: wir müssen ein wenig ruhig sein, denn die Nachbarin von oben, beschwert sich immer. Ich habe sie dann gefragt, ob sie denn mal mit ihr gesprochen hätte. Nein, das sei eine Rassistin, war die Antwort. Wir sind also hoch, haben angeklopft, die Frau nach unten eingeladen. Heute hat sich da eine enge Freundschaft entwickelt. Manchmal muss man einfach den ersten Schritt tun. Nicht nur als Vater, sondern auch als Mensch.

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