Wenn man von Teilzeitarbeit spricht, so tönt es auch immer wieder von überall: Achtung Teilzeitfalle. Doch was genau hat es auf sich mit dieser ominösen Falle? Was blüht uns denn wirklich, wenn wir Teilzeitarbeiten? Und wie vermeiden wir, dass wir reintappen? Hier gibt's Fakten sowie Tipps und Tricks zum leidigen Thema.
60%
ist die magische Grenze. Sprich: Frauen, die lange unter 60% gearbeitet haben, müssen vorsorgen. Denn sie sind es, die im Alter entweder vom Partner abhängig sind, oder aber mit dem Existenzminimum leben müssen.
85'320
Nur wer im Jahr CHF 85'320.- verdient hat, hat Anrecht auf die Maximalrente der AHV von CHF 2'370.-. Wer in einem Teilzeitpensum arbeitet, schafft das oft nicht und erhält deswegen nur das Minimum von CHF 1'175.-.
21'330
Damit der Arbeitgeber in die Pensionskasse einzahlen muss, ist das der Minimalbetrag, der jährlich verdient werden muss. Hinzu kommt die Problematik des Koordinationsabzugs. Dieser liegt momentan bei CHF 24'885.-. Was es damit auf sich hat? Dieser Betrag wird vom Einkommen abgezogen, was übrig bleibt, ist der versicherte Lohn.
Ein Beispiel? Du verdienst CHF 48'000.-, versichert ist Dein Lohn aber nur mit CHF 23'115.- (Lohn minus Koordinationsabzug). Gemäss diesem Betrag richten sich die Beiträge.
Das sind sie also, die drei Zahlen. Aber wie weiter? Wie schaffen wir es denn nun genau, nicht in diese Falle zu tappen? Wir haben bei Vorsorge- und Finanzberaterin Martina Gantenbein nachgefragt und selbst mit dem Teilzeitrechner nachgerechnet.

Martina Gantenbein ist Vorsorge- und Finanzberaterin. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern – und hat vorgesorgt.
Du bist selbst Mutter und arbeitest Teilzeit. Wieviel Prozent und wieso?
Ich arbeite 100%, kann mir die Arbeitszeit aber selbst einteilen. So arbeite ich an drei vollen Tagen stundenmässig mehr als die üblichen 8.5 h und zusätzlich früh morgens oder spät abends. Oder natürlich auch wenn die Kinder vormittags in der Schule sind. Ab und zu auch mal an einem Samstag.
Generell empfehle ich ein Pensum >40% bzw. so, dass man mit dem Einkommen einer Pensionskasse angeschlossen wird.
Die Altersvorsorge ist ein Thema, um welches sich viele drücken. Warum eigentlich?
Das hat mehrere Gründe. Es ist für viele ein langweiliges und kompliziertes Thema. Zudem fehlt die Erfahrung und das Wissen, sprich es ist ein Thema, welches sich so anfühlt, als wäre es weit weg. Zudem – ganz pragmatisch – es kostet Geld. Wenn man sich dann trotzdem mal dazu entschieden hat, sich dem Ganzen anzunehmen, bedeutet es Vertrauen zu haben in seinen Berater. Am Schluss verlassen sich viele blind auf die Leistungen aus der Pensionskasse oder auf die Vorsorge des Elternteils mit dem Haupteinkommen.
Hand aufs Herz bis zu unserer Pensionierung geht es noch einige Jahre. Jetzt schon darüber nachzudenken, dünkt uns ein wenig voreilig. Wieso ist es das nicht?
Weil frühes Sparen sich immer auszahlt. Dies dank der Zinsen oder der Anlagen. Ein Beispiel? Marc fängt mit 25 an 150 Franken monatlich zu sparen – kein grosser Betrag. Aber mit 65 hat er 201'930 Franken auf dem Konto. Da wiederum reden wir dann schon von einem Batzen Geld. Wenn im Gegenzug Daniela mit 35 anfängt 250 Franken pro Monat auf die Seite zu legen, hat sie mit 65 erst 152'450 Franken gespart.
Ok. Das tönt alles logisch. Nun wissen wir also, dass wir etwas tun müssen. Aber was genau? Hast Du Tipps?
Man soll sich eine genaue Aufstellung beim Berater seines Vertrauens machen lassen. Welche Leistungen erhalte ich aus der 1. und 2. Säule? Idealerweise arbeitet der Berater mit einfach zu verstehenden Grafiken, so dass es wirklich nicht mehr kompliziert ist, die Thematik zu erfassen. Eine genaue Budgetaufstellung zeigt, wie hoch die Lebenshaltungskosten sind. Daraus lässt sich ableiten, wie gross die finanzielle Lücke im Alter, bei Erwerbsunfähigkeit oder im Todesfall ist. Je nach Sparpotential wird eine Sparprämie bestimmt, welche diese Lücke mittels einer Säule 3a oder Säule 3b verkleinert oder sogar schliesst.