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Tadah

Susana Garcia Ferreira: hinausgehen bedeutet hineingehen.

Susana Garcia Ferreira war mal Managerin und hat dann eine 180-Grad-Drehung in ihrem Leben hingelegt. Jetzt ist sie Naturbotschafterin, beschäftigt sich mit Mond-Rhythmen und Räucherungen. Dinge, von denen wir nichts verstehen und sie deshalb ganz viel dazu gefragt haben.

Bilder von Dominic Wenger

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Susana Garcia Ferreira ist Naturbotschafterin. Sie schreibt Kolumnen, gibt Workshops und Online-Kurse und coacht Menschen und Unternehmen. Bald erscheint ihr erstes Buch im Kosmos Verlag. Sie lebt mit Loïc (1) und ihrem Partner Joram in Luzern. susanagarciaferreira.com

Tadah: Susana, Du bist Naturbotschafterin. Wie kam's? 
Ich habe vor ein paar Jahren mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ich war zwar vorher nicht unglücklich, nur hatte ich immer wieder das Gefühl, dass mein Leben ganz woanders wäre. Ich war erfolgreich in meinem Job, wurde als Vorgesetzte und Mitarbeiterin geschätzt, hatte einen liebevollen Ehemann und mochte mein Leben. Und doch war da immer wieder eine Stimme in mir, die mir sagte: «Susana, das ist es nicht.»

Als ich dann meinen jetzigen Partner kennenlernte, stellte ich innerhalb von ein paar Wochen alles auf den Kopf: Ich trennte mich von meinem Mann, kündigte meinen Job und zog in eine kleine Wohnung, um zuerst einmal anzukommen. Bei mir. Das brauchte länger als ich dachte. Ich wusste, das Leben, das ich vorher geführt hatte, das war gut. Doch es war nicht meins. Was aber mein Leben sein sollte, wie es sich anfühlen sollte, das wusste ich auch nicht.

Wie ging's dann weiter?
Ich hatte in den darauffolgenden Jahren einige Jobwechsel, war auf der Suche. Jedes Mal dachte ich: Das ist es! Und doch spürte ich dann schnell, dass dem doch nicht so war. Ein Triggerpunkt war beispielsweise ein internationales Meeting in Orlando, als ich als National Sales Manager für MAC tätig war. Inmitten all dieser gestylten Leute aus der ganzen Welt fragte ich mich: Was mache ich hier eigentlich? Was soll der ganze Hype um einen neuen Lippenstift? Ich kam nach Hause und kündigte. Danach probierte ich es im Coaching- und Trainings-Bereich. Denn mit Leuten zusammen zu arbeiten und diese auf ihrem Weg weiter zu bringen, hat mir schon immer gefallen. Ich steckte sehr viele Hoffnung da rein, musste jedoch auch da feststellen, dass es doch nicht meinem Innersten entsprach. Als ich dann auch noch unerwartet schwanger wurde, stellte es sowieso alles auf den Kopf.

 

Ich wollte immer gleich alles erzwingen. Eine komplette Lösung auf dem Tisch haben, damit ich loslegen kann mit meiner Tätigkeit. Was ich jetzt tue entstand aber sehr langsam.

 

Also änderte Dein Sohn Loïc alles?
Er änderte viel, aber nicht alles. Die Veränderungen nahmen wie gesagt schon vorher ihren Lauf, ich war bereits auf dem Weg. Und der war bei mir dann auch das Ziel. Es dauerte ein paar Jahre, bis ich wusste, was ich wollte. Die Schwangerschaft und die Geburt meines Sohnes hat mich einfach gelehrt, loszulassen. Ich wollte immer gleich alles erzwingen. Eine komplette Lösung auf dem Tisch haben, damit ich loslegen kann mit meiner Tätigkeit. Was ich jetzt tue entstand aber sehr langsam. Es war ein Herantasten, ein Ausprobieren und sich immer wieder die Frage stellen: Was will ich? Was bringt mich zum Leuchten? Und welche Schritte muss ich tätigen, damit ich dem gerecht werden kann?

Und Schritte hast Du anfangs tatsächlich viele getätigt.
Um einen freien Kopf zu bekommen, begann ich viel zu laufen. Oft ging ich tageweise alleine wandern, raus in die Natur, rauf in die Berge. Dort kam ich langsam an. Ich beobachtete die Natur, liess mich sozusagen auf ihren Rhythmus ein und plötzlich kam da diese innere Ruhe.

Gleichzeitig besuchte ich ein Jahr lang zusammen mit einer Freundin einen Kurs. Er trug den Titel «Waldheilkunde». Schon als Kind hat mich der Wald immer sehr interessiert. Langsam, Jahr für Jahr, entwickelte sich so meine jetzige Tätigkeit. Ich wurde zu einer Natur-Botschafterin.

Mutig!
Ja, es war nicht nur ein langer Prozess dorthin, sondern es brauchte auch sehr viel Mut. Zumal mir auch ein Job offeriert wurde, der eigentlich super war. Aber ich wusste: Ich habe so in diese Richtung gearbeitet, ich muss es einfach wagen. Und das habe ich. Aber gleichzeitig war ich auch frustriert, denn die meisten meiner Freundinnen, die selbständig waren, die hatten keine Kinder. Ich wusste: Ich muss alles in diese drei Arbeitstage packen können.

 

Oft ist genau das, was man denkt, könnte ein Hinderungsgrund für die berufliche Entwicklung sein, das, was uns dann doch einen grossen Entwicklungsschritt weiter nach vorne bringt.

 

Das kennen wir sehr gut. 
Dieses Gefühl kam immer wieder auf. Wenn ich Angst hatte, wenn ich unsicher war... Aber im Nachhinein kann ich sagen: Es war das Beste, was mir passieren konnte. Dieser Mittwoch und Freitag mit Loïc, diese Tage helfen mir, eine Grenze zum Arbeiten zu ziehen. Sie geben mir die Möglichkeit, den Kopf zu lüften. Ich könnte das nämlich sonst nicht. Man muss Vertrauen haben in diese Konstellation, die man nun mal hat. Und oft ist genau das, was man denkt, könnte ein Hinderungsgrund für die berufliche Entwicklung sein, das, was uns dann doch einen grossen Entwicklungsschritt weiter nach vorne bringt. Ich könnte mich nicht so mit der Natur verbinden, wenn ich nicht auch gezwungen wäre, immer wieder mit dem Kind draussen zu sein.

Stichwort «draussen». Was tut eine Naturbotschafterin konkret?
Das Wort habe ich sozusagen «erfunden»: Ich übermittle auf einfache und klare Weise die Botschaft der Natur – über Kolumnen, Workshops und über meine Bücher. Ich versuche den Menschen ihre Kreisläufe, Symbolik und Weisheit rüber zu bringen. Ich glaube daran, dass wenn wir uns auf den Rhythmus der Natur einlassen, er uns gut tut, uns erdet. Uns bei uns ankommen lässt. Das brauchen wir heute mehr denn je. Wir verlieren uns zu schnell im Aussen, im Hamsterrad des Alltags.

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Reicht ein Duftlämpli daheim eben doch nicht aus, uns zu erden?
Praktisch alle Düfte kommen aus der Natur. Für mich sind es Geschenke der Natur, die uns gut tun. Was gibt es Schöneres als der Duft von einem Lavendelfeld oder einem Herbstwald? Die Duftstoffe der Pflanzen und Bäume gehen direkt in unser Gehirn, in das limbische System, dort wo auch unsere Gefühle angesiedelt sind. Sie lösen etwas aus. Je nach dem, was die Botschaft der Pflanze ist – beruhigend, aktivierend, entspannend, lösend, erheitern. Das ist wunderbar, auch wenn man daheim ist und nicht im Wald oder auf dem Lavendelfeld.

Hast Du daheim jedes erdenkliche Öl?
Ich arbeite vor allem mit Räucherstoffen, manchmal auch mit Ölen. Aber mein Herz schlägt für das Pure der Räucherstoffe. Getrocknete Blüten, Pflanzen, Harze zu räuchern finde ich herrlich. Angefangen hat alles mit einem Räucher-Buch, das ich in einer Farfalla-Filiale gekauft habe. Ich fand es spannend und wollte mehr darüber erfahren.  Farfalla hat übrigens eine sehr gute Basis-Ausstattung. Mittlerweile habe ich einen ganzen Schrank voller Räuchermaterialien. Selbst gesammelte, solche, die ich aus meinem Umfeld erhielt und gekaufte.

Räuchern ist uns nicht geläufig, auch wenn wir Dir über die Schultern schauen durften, wie Du unseren Coworking Space ausgeräuchert hast. Erzähl uns mehr!
Was ich am Räuchern so toll finde, ist die Selbstermächtigung. Je nach Stimmung oder Situation zu Hause kann ich durch das Räuchern etwas Gutes tun für mich und meine Lieben. Alleine die Vorbereitung, das Mörsern und Mischen erdet mich. Es lässt mich im Hier und Jetzt ankommen. Und dann finde ich natürlich die Gerüche einfach herrlich. Es löst immer gleich etwas in mir aus. Zum Positiven. Das Räuchern hat mir schon in manchen Situationen geholfen, wo ich einfach erschlagen war. Müde, ausgelaugt, mutlos. Zu Hause räuchere ich eigentlich immer auf dem Räucherstövchen. Das ist ein Sieb aus Stahl, das über einer Rechaud-Kerze gehalten wird. So ist der Duft viel feiner und nicht so dicht, wie mit der Kohle. Die Kohle benutze ich nur bei Ritualen und Hausräucherungen.

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Workshop Räuchern in der Winterzeit mit Susana Garcia Ferreira:
Achtsame Rituale für Körper, Geist und Seele. Hier für den Workshop am 28. November anmelden. 

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Du beschäftigst Dich aber nicht nur mit Räucherwaren, sondern auch mit dem Mondrhythmus und dem damit verbunden eigenen Rhythmus. Ebenfalls Neuland für uns.
Der Mond ist für mich ein guter Freund. Er ist mein Taktgeber. Grundsätzlich gibt es vier Phasen. Die erste Phase ist der Neumond. Es ist die Phase der Einkehr, Stille, Ruhe, Innenschau. Diese Phase nutze ich, um mich mit meiner Intuition zu verbinden. Ich nehme mir dann bewusst Zeit und schreibe mir auf, was meine Absichten, meine Intentionen sind.

Die aufsteigende Energie des Mondes nutze ich dann, um diese voranzutreiben. Ich nehme den Mond als Beispiel und habe deshalb eher den Mut aus mir herauszukommen, meine Wünsche einzufordern und für das einzustehen, das ich will oder brauche.

Die dritte Phase ist der Vollmond. Die Zeit der Fülle. Dort gehe ich dann vollends in meine Kraft. Ich finde es aber auch eine schöne Zeit, um innezuhalten und dankbar zu sein. Um das Leben zu geniessen, wie es jetzt gerade ist.

 

Der Mond ermahnt mich immer wieder, jeden Monat, mit meinen Kräften wohlwollend umzugehen.

 

Mit der absteigenden Energie gehe ich langsam wieder zurück. Ich gönne mir Ruhe und schaue, was mir der letzte Mondzyklus gebracht hat: Was habe ich gelernt, was lief gut? Was weniger gut? Diese Erkenntnisse nehme ich mit in den neuen Zyklus. Basierend darauf definiere ich meine Intentionen neu. Vielleicht bleiben sie auch gleich. Doch ich nehme immer wieder ein kleines Stück mit und justiere es neu. Ich richte es darauf aus, was ich will. Ich erwarte dabei aber gar keine grossen Schritte. Doch rückblickend darf ich immer feststellen, dass sich doch einiges verändert hat. Du musst zuerst immer die Veränderung sein, bevor du im Aussen eine Veränderung haben willst. Genau hierbei hilft mir der Mond: Er gibt mir Kraft, mich zu exponieren, nach Aussen zu gehen. Und er ermahnt mich immer wieder, jeden Monat, mit meinen Kräften wohlwollend umzugehen. Die Ruhe mir auch zu gönnen. Je länger ich das so praktiziere, desto geerdeter bin ich. Und desto weniger komme ich mal an den Anschlag. Gleichzeitig bin ich sehr fokussiert und zielstrebig. Es ist wie ein Jahresendgespräch jeden Monat ausgerichtet und mein Innerstes. Auf das, was ich will. Nicht, was mein Arbeitgeber gerne hätte.

Wie widerspiegelt sich der Mondrhythmus denn bei Dir als Mutter?
Ich habe, wie alle anderen auch, schlechte Laune, also schwierige Tage, an denen alles harzig läuft und nichts so will wie ich. Ich habe einfach mit dem Mond und der Natur eher gelernt loszulassen. Mich zu fragen: Ist es denn wirklich so schlimm, wenn es nun nicht genauso läuft? Was passiert denn schon Schlimmes, wenn ich meine Erwartung loslasse? Meistens erlöst mich das sehr. Und wenn ich genervt bin, schiebe ich es immer auf den Mond ab. Dann nehme ich mich selbst aus der Schusslinie und fühle mich gleich besser.

Es gibt wirklich Tage, an denen mein Nervenkostüm dünner ist. Meistens um den Neumond und um den Vollmond herum. Ich weiss dann, dass ich eher tief durchatmen sollte, bevor ich eine böse SMS oder eine E-Mail schreibe. Also warte ich ab. Meistens hat es sich gelöst und ich frage mich, wieso ich so wütend war. Genau diese Situationen sagen sehr viel über uns aus. Ich sehe es wie aus einer Vogelperspektive an: «Was sagt mir die Situation?» Hat es wirklich mit dem doofen Nachbar zu tun oder eher mit mir, weil ich vielleicht wieder mal über die Grenzen gegangen bin? Wenn es doch der Nachbar war, lasse ich los oder grenze mich ab. Wenn es ich war, versuche ich wohlwollender mit mir und meinen Energien umzugehen.

Wann sollte man also Dinge anpacken, wann eher nicht?
Zur aufsteigenden Energie des Mondes ist es gut, wenn man Neues angeht, Projekte vorantreibt. Vorträge, Talks, Sitzungen leitet – halt alles, was mit einer auswärtsgerichteten Energie verbunden ist. Bei der rückläufigen Energie des Mondes ist es von Vorteil, wenn es Dinge abzuarbeiten gilt. Listen schreiben, Buchhaltung machen, aufräumen, ausmisten. Alles Dinge, die man gut für sich alleine machen kann und eher mit der Innenwelt verbunden ist. Schlussendlich lade ich aber jede dazu ein, den eigenen Rythmus zu entdecken. Der Mond ist ein Taktgeber. Doch nicht immer kann man 1:1 darauf schliessen. Wichtig ist es, in sich hinein zu hören, zu beobachten. Mit sich und seiner Innenwelt Kontakt aufzunehmen.

Das klingt esoterisch, rechtfertigst Du Deinen Job oft?
Nein, eigentlich nicht. Meistens hatte ich selbst das Gefühl, ich müsse das nun genau erklären und erläutern. Doch das war mein Ego. Es ist okay, wenn nicht alle damit etwas anfangen können. Die meisten können es nachvollziehen und finden es spannend. Ich kann ja auch nicht mit allem etwas anfangen. Eigentlich lebe ich biodynamisch. Ich gehe mit dem Rhythmus der Natur mit, nutze die Mondkraft für mich. Ich mache das zuerst für mich. Wenn ich anderen damit etwas Gutes tun kann: Wunderbar. Wenn nicht, ist es auch absolut in Ordnung.

Esoterik ist ja ein Sammelbegriff. Darunter sind alles Praktiken oder Lehren versammelt, die einem helfen, die Selbsterkenntnis oder Selbstverwirklichung zu erlangen. In dem Sinne ja, sind mein Job und vielleicht auch ich esoterisch. Ich mag keine Schubladen. Ich bin das, was ich bin. Ich glaube an die Kraft der Natur. Ich glaube daran, dass wenn wir uns auf ihren Rhythmus einlassen, es uns gut tut. Wir sind Natur. Wir sind mit ihr verbunden.

Workshop Kraft der Intentionen mit Susana Garcia Ferreira:
Eintauchen in die Welt der Intentionen & Manifestationen. Hier für den Workshop am 24. Januar anmelden. 

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Wie erklärst Du Deinem Sohn Deinen Beruf?
Dafür ist er noch zu klein. Loïc weiss noch gar nicht, was ein Beruf ist. Wenn ich es ihm jetzt erklären müsste, würde ich ihm sagen, dass ich Autorin bin. Im Januar 2021 kommt mein erstes Buch heraus und ich bin nächstens in Stuttgart bei meinem Verlag, weil wir schon ein zweites Buch als Projekt in den Angriff nehmen wollen.

Ein Buch? Wow.
Als Abschluss des Waldheilkunde-Kurses mussten wir eine Arbeit über einen Baum schreiben. Bei mir war es die Eiche. Doch statt nur über die Eiche wurde es ein Jahresbuch mit der jeweiligen Botschaft der Natur, dazu passenden Ritualen und Pflanzen/Bäume, die zum jeweiligen Monat passten. Diese Abschlussarbeit habe ich gleich so dem Kosmos Verlag geschickt. Meiner Meinung übrigens der beste Verlag, wenn es um Naturbücher geht. Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass daraus wirklich ein Buch entsteht. Doch der Verlag fand es spannend und nun bin ich bereits gedanklich am zweiten Buch.

Einen Job, ein Buch, ein Sohn. Wie geht das?
Mit Loïc hat sich vor allem mein Tempo verändert. Mein Spitzname früher war «Speedy Gonzalez», weil ich wie ein Wirbelwind durch die Gänge flitze und immer sogleich alles umsetze. Ich überrumpelte damit auch oft meine Mitarbeiter oder Kollegen. Loïc entschleunigt mich. Ich habe drei Tage die Woche, an denen ich mich meiner Tätigkeit widmen kann. Die anderen zwei Tage gehören uns zwei. Wenn ich diese nicht hätte, würde ich wohl doch viel zu oft im Hamsterrad landen. Vor allem als Selbstständige. Da hast du ja eigentlich nie Feierabend.

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Wenn man Dich so hört und sieht, wirkst Du so geerdet und ruhig. Wann verzweifelst Du als Mutter trotzdem mal?
Wenn ich müde bin und meine Kräfte an den Anschlag kommen. Meistens spitzt sich das zu mit Loïcs «Nicht-einschlafen-wollen». Wenn ich auch um halb zehn noch an seinem Bett sitze, alleine zu Hause bin und am liebsten einfach nur schlafen würde.

Ich stosse auch an meine Grenzen, wenn meine Erwartungen nicht mit der Realität übereinstimmen. Wenn mein Kopf durch die Wand will und ich die Signale meines Körpers nicht beachte. Wenn ich mir zu wenig Ruhepausen gönne. Auszeiten. Alles noch irgendwie reinquetschen will. Ich habe mittlerweile gelernt, auf diese Signale zu achten und schalte dann bewusst ein paar Gänge runter. Das fällt mir manchmal leicht und manchmal nicht so. Doch ich lerne dazu.

 

Doch als es dann das Leben anders meinte, trafen wir eine Vereinbarung. Nämlich jene, dass wir uns gegenseitig immer den Rücken stärken, uns voll und ganz unterstützen, dass jeder das Leben führen kann, das er will.

 

Wer hilft Dir dann?
Loïc. Er lehrt mich so einiges. Kinder sind unsere Spiegel. Wir können so vieles lernen und erfahren, wenn wir hinschauen. Dann ist es sicherlich mein Partner. Wir wollten nämlich eigentlich gar keine Kinder. Doch als es dann das Leben anders meinte, trafen wir eine Vereinbarung. Nämlich jene, dass wir uns gegenseitig immer den Rücken stärken, uns voll und ganz unterstützen, dass jeder das Leben führen kann, das er will. Ich bin davon überzeugt, dass es nur so funktioniert. Nur, wenn jeder in sich zufrieden ist, sich selbst gerecht wird, kann er auch geben und Energie haben, um für die anderen da zu sein.

Bis jetzt funktioniert das ganz gut. Irgendwie findet sich immer eine Lösung. Man muss offen bleiben, das ist wichtig. Ein Beispiel: Ich komme zu Hause nicht dazu, an meinem Buch zu schreiben. Ich bleibe nun anschliessend an unseren Feiertagsferien in der Bretagne noch 2.5 Wochen alleine im gemieteten Häuschen, um zu schreiben. Er organisiert sich zu Hause mit Loïc und hält mir den Rücken frei. Das Gleiche mache ich aber auch für ihn.

Um sich zu erden in solchen Situationen hilft natürlich immer auch die Natur. Wenn mir alles zuviel wird, gehe ich meistens in den Wald. Aber auch die Berge und das Meer haben eine sehr starke Wirkung auf mich. Manchmal räuchere ich auch und lege mich dann für eine halbe Stunde hin. Oder ich nehme ein Bad. Wasser hat eine sehr stark transformierende Kraft. Ich mache immer das, was mein Gefühl mir sagt, dass ich gerade brauche.

Bei allen schönen Dingen, die mein Beruf mit sich bringt, Fakt bleibt auch: Momentan fliessen alle meine Einnahmen in die Lebenskosten, die sich mein Partner und ich 50:50 teilen und in mein Unternehmen. So habe ich mir schon lange Zeit keine Kleider mehr gekauft. Dafür bin ich zu 100% selbsttragend.

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Betreuungssituation:
Susana arbeitet 60%, ihr Partner 100%. Loïc ist zwei Tage die Woche in der Kita und ein Tag ist die Oma bei ihnen daheim. Während diesen drei Tagen versucht Susana alles umzusetzen: Kolumnen, Workshops, Online-Kurse und Coachings.