Sie waren Werberinnen, wurden Mütter und dann Unternehmerinnen. Und zwar so erfolgreiche, dass irgendwann alles ein wenig viel und die Festanstellungen gekündigt wurden. Gott sei Dank: Jetzt haben Annika und Nicole mehr Zeit, weiterhin die coolsten Labels als erste in die Schweiz zu holen.

Annika und Nicole haben 2010 ihren Onlineshop Little Vikings gegründet. Angefangen mit skandinavischen Labels, finden sie mittlerweile mit stilsicherem Händchen coole Marken aus aller Welt. littlevikings.ch
Tadah: Wer gehört alles zu Euch?
Annika: Zu mir gehören Neea (9), Lio (7) und mein Mann Flo.
Nicole: Und zu mir Zora (9), Dylan (5) und mein Mann Ondrej.
Fangen wir von vorne an: Wie fing alles an?
Annika: Es hat angefangen, als ich mit meinem Mann ein verlängertes Weekend in Kopenhagen verbrachte. Beim Einkaufen fand ich dort so viele coole Labels, dass ich sie quasi alle mit nach Hause brachte. Als ich meine Einkäufe Nici zeigte, waren wir uns einig: Das sind alles extrem farbige und fröhliche Kleider. Hier konnte man nur das kaufen, was alle hatten. Und schon gar keine skandinavischen Labels – man glaubt es kaum, aber das war vor sieben Jahren tatsächlich so.
Die ersten Kollektionen lagerten wir noch in unserem Schlafzimmer.
Nicole: Genau. Dann sind wir zusammen in die Ferien gefahren und dachten: Hey, wenn's nicht klappt, dann können wir die eingekauften Waren einfach wieder auf Ricardo verticken.
Annika: Aber wir mussten nichts verkaufen. Im Gegenteil. Wir mussten schleunigst neue Bestellungen machen.
Und neue Labels suchen? Damit habt Ihr von Anfang an ein sicheres Händchen bewiesen. Ihr wart beispielsweise auch die ersten, die Mini Rodini, Soft Gallery und Bobo Choses in die Schweiz gebracht haben.
Nicole: Ja das stimmt. Wir haben mit genau vier Marken begonnen: Ej Sikke Lej, Danefae, Duns und Smafolk. Die ersten Kollektionen lagerten wir noch in unserem Schlafzimmer.
Annika: Das mit den Entdeckungen, das ist uns wirklich sehr wichtig. Klar gibt es Messen, die wir besuchen, aber dort gehen alle anderen auch hin. Wenn man dort Neues entdeckt, dann entdecken es die anderen ebenso. Oft finden wir ein grossartiges Label – dann geht dieses Label an die Messe und voilà: Es ist überall. Gut für das Label, aber wir halten uns weiterhin an unser Credo: Neues entdecken.
Es ist doch schade, wenn am Schluss alle das Gleiche anbieten.
Nicole: Wir beide lieben es, neue Labels zu suchen. Darin investieren wir viel Zeit. Sicher, wir könnten einfach schauen, was andere Shops verkaufen, aber das finden wir langweilig. Und es macht auch keinen Sinn. Es ist doch schade, wenn am Schluss alle das Gleiche anbieten. Es gibt viele Onlineshops, die sich diesbezüglich gegenseitig respektieren. Andere leider nicht. Wir für unseren Teil versuchen mit Herzblut, neue Labels in die Schweiz zu bringen.
Und das Neue, das war eben damals das Skandinavische?
Annika: Genau. Deshalb heisst Little Vikings auch Little Vikings.




Gibt es Punkte, die Euch auch bei Eurer Auswahl der Labels wichtig sind?
Nicole: Ja sicher. Schlechte Qualität geht gar nicht. Darum überprüfen Annika und ich auch immer wieder die gelieferten Produkte. Obwohl dies auch die Mitarbeiter von Drahtzug tun. Wir möchten die Produkte selbst sehen und spüren. Bei der Auswahl spielt natürlich auch der persönliche Gusto eine Rolle: Es gibt Labels, bei denen wissen wir, das sind nicht nur unsere Lieblingslabels, sie gefallen auch unseren Kundinnen und Kunden.
Ihr habt also Lieblingslabels?
Nicole: Klar. Eines davon ist Soft Gallery. Sie arbeiten mit Künstlern zusammen, haben ein durchdachtes Konzept, coole Prints, schöne Stickereien und die Qualität ist hervorragend.
Annika: Ich finde Munsterkids gerade super für die Jungs. Die kommen aus Australien und haben coole Skate-Surf-Prints auf ihren T-Shirts. The Animals Observatory finde ich auch grossartig.
Im Drahtzug finden Menschen trotz ihrer psychischen Beeinträchtigungen wieder Arbeit und erhalten eine Tagesstruktur. Wenn wir für einen kleinen Teil dieser Arbeit sorgen können, tun wir das gerne.
Vom Lieblingslabel zur Herzensangelegenheit: Ihr lasst Eure Ware in der Werkstätte Drahtzug verpacken. Warum?
Nicole: Weil wir so einen wichtigen Beitrag leisten und der Gesellschaft auch wieder etwas zurückgeben können. Im Drahtzug finden Menschen trotz ihrer psychischen Beeinträchtigungen wieder Arbeit und erhalten eine Tagesstruktur. Und wenn wir für einen kleinen Teil dieser Arbeit sorgen können, tun wir das gerne und lagern unsere Logistik ganz sicher nicht nach Deutschland aus, nur weil es uns billiger käme. Ausserdem wissen wir, dass bei Drahtzug unsere Päckli mit viel Freude und Mühe verpackt werden. Für uns ist es perfekt so.





Apropos perfekt: Habt ihr jetzt das perfekte Familien-Job-Modell?
Annika: Little Vikings hat einen Riesenvorteil: Wenn ein Kind krank ist oder irgendein Problem vorhanden ist, bin ich anwesend. Natürlich, bei ganz wichtigen Sitzungen muss ich jonglieren und eine Lösung finden. Aber ansonsten bin ich da. Mein Grundsatzgedanke: Zuerst die Familie, dann der Job. Das Ganze geht ja auch nicht auf die Kappe meiner Kinder, sondern auf meine. Denn wenn ich mich hinsetze, um zu arbeiten, dann ist es Abend und die Kinder sind im Bett. Dann bin ich oft bis 24 Uhr vor dem Computer.
Nicole: Es hat aber auch ganz klar Nachteile: Man arbeitet nämlich immer. Vorher war klar definiert, wann ich im Geschäft bin und wann daheim. Jetzt muss ich mich zusammenreissen, nicht immer am Computer zu sitzen. Was leider oft gar nicht einfach ist.
Ich weiss von Nicole extrem viel, weil wir uns täglich hören. Und wenn wir alles miteinander besprechen, dann besprechen wir die Sorgen gleich mit.
Hat Eure Freundschaft unter dem Business gelitten?
Annika: Nein, im Gegenteil. Ich weiss von Nicole extrem viel, weil wir uns täglich hören. Und wenn wir dann alles miteinander besprechen, dann besprechen wir die Sorgen eben auch grad noch mit.
Habt Ihr überhaupt noch Zeit für Euch selbst? Wo tankt Ihr Energie?
Nicole: Ondrej und ich haben von Anfang an geschaut, dass wir Zeit nur für uns haben. Und da sind wir ziemlich konsequent. Immer wieder buchen wir ein Wochenende zu zweit, gehen ins Kino, an ein Konzert oder auswärts essen.
Annika: Wir haben im Jahr gewisse Wochenenden für uns. Was ich ganz für mich allein mache, ist Sport. Ich mache Fitness und momentan versuche ich, einmal am Tag im See schwimmen zu gehen.

Was macht Annika besonders gut als Mutter? Wofür bewunderst Du sie?
Nicole: Genau für das, was sie vorhin sagte. Sie nimmt sich Zeit für ihre Kinder, auch wenn sie gar keine Zeit hat. Das finde ich super.
Und umgekehrt?
Annika: Ich finde die Familie Maczko einfach cool. Sie machen coole Sachen, sind entspannt und locker.
Die Lieblingsprodukte der Little Vikingerinnen:
Sweatshirt Football von Bobo Choses
Kleid AOP Features von Soft Gallery.
Tipi Black Diamonds von Nobodinoz
Badeponcho Rabbit grey von Linwood
Pirate Jack Blue von Lauvelie
Beissring BiteMe Confetti von Little Molokai
-
Sweatshirt Football von Bobo Choses
Nicoles Sohn Dylan ist gelb- und fussballfanatisch: perfekter als das gelbe Sweatshirt Football von Bobo Choses gehts deshalb kaum.
CHF 36.80 bei Little Vikings -
Kleid AOP Features von Soft Gallery.
Nicole Maczko ist seit Jahren ein grosser Fan von Soft Gallery. Deshalb haben die Little Vikingerinnen das Label auch als allererste in die Schweiz gebracht. Das Lieblingskleid ihrer Tochter ist zart und trotzdem frech.
CHF 48.90 bei Little Vikings -
Tipi Black Diamonds von Nobodinoz
Annika findet das Tipi aus 100% Baumwolle und Buchenholz das perfekte Versteck im Garten. Zum Beispiel als Rückzugsort, um zu lesen. Es ist aber auch der perfekte Hingucker im Kinderzimmer und lässt sich ganz einfach aufstellen oder schnell wieder im mitgelieferten Beutel verstauen.
CHF 189.- bei Little Vikings -
Badeponcho Rabbit grey von Linwood
Nicoles neues Lieblingslabel aus Skandinavien ist Liewood. Sie haben zuckersüsse, verspielte Accessoires wie beispielsweise dieser Badeponcho aus zu 100% GOTS zertifizierte Terry Baumwolle.
CHF 58.90 bei Little Vikings -
Pirate Jack Blue von Lauvelie
Der Pirate Jack Blue und seine Freunde werden allesamt von einer Spanierin von Hand hergestellt. Die Puppe ist 33 cm lang und aus 100% Lammwolle - ein wunderschön weicher, treuer Begleiter, findet Annika.
CHF 79.90 bei Little Vikings -
Beissring BiteMe Confetti von Little Molokai
Im wahrsten Sinne zum Anbeissen findet Annika die handgemachten Beissringe, die Tamaro Aharon in ihrem Atelier in Zürich herstellt. Alle Materialien sind hochwertig und die Silikonperlen frei von BPA, Phtalat, Cadmium, Blei und PVC.
CHF 39.- bei Little Vikings