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Coworking mit Kinderbetreuung. Wieso gibt es das nicht in der Schweiz?

Obwohl sich mit Kindern die Prioritäten ändern: Wir machen unsere Jobs gerne. Und wir wollen sie auch gut machen. Nicht nur, weil wir viel investiert haben. Sondern auch, weil wir Selbstbewusstsein daraus generieren. Aber die viel zitierte Work-Life-Balance ist meist ganz schön unausbalanciert. Zeit für etwas ganz Neues also: für einen Coworking Space mit Kinderbetreuung.

Auch wenn der Arbeits-Alltag komplizierter wird, wenn man Kinder hat, so entscheiden sich doch viele Frauen, weiterhin arbeiten zu gehen. Und in diesem Artikel geht es nicht um müssen oder dürfen, sondern schlicht um wollen. Ja, wir wollen arbeiten.

Aber wir haben uns die Sache mit der Work-Familiy-Life-Balance definitiv einfacher vorgestellt. Der traditionelle 9-to-5 Job ist Herausforderung genug, ein 9-to-6-Kinder-von-der-KiTa-holen-Essen-machen-Kinder-ins-Bett-tun-und-Compi-wieder-rauffahren-Job eine Sache, die schon manche Mutter an den Rand der Erschöpfung brachte.

 

Gibt es den Arbeits-Foifer und das Kinder-Weggli?

 

Hinzu kommt: Die Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen, entspricht oft nicht der Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen wollen. Was viele von uns dazu bringt, den Job zu wechseln oder weniger arbeiten zu wollen – ein Unding für manchen Arbeitgeber. So wagen einige den Schritt in die Selbständigkeit, um einen flexibleren Zeitplan zu haben. Allen Modellen zugrunde liegt die Frage: Gibt es DIE Lösung für Eltern? Den Arbeits-Foifer und das Kinder-Weggli?

Was sind Coworking Spaces mit Kinderbetreuung?
Nachdem 2005 in San Francisco der erste offizielle Coworking Space seine Türen öffnete, ploppten weltweit mal hier mal da neue Spaces auf – definiert als Ort, wo sich Kreative, kleinere Startups, digitale Nomaden, Freelancer und viele andere treffen, nebeneinander arbeiten und voneinander profitieren.

In einigen Ländern wurde dieses Konzept bereits aufs nächste Level gehoben: Diverse Coworking Spaces in Kanada, USA, Frankreich und Deutschland bieten zusätzlich eine Kinderbetreuung an. Nicht so aber in der Schweiz. Wieso nicht?

Fakt ist: In den meisten KiTas muss man zwei volle Tage buchen. Wenn also das Grosi nicht in der Nähe wohnt, gibt es für viele Eltern keine Möglichkeit, flexibel zu arbeiten. Und gerade das ist für viele essentiell.

Die Vorteile eines Coworking Spaces mit Kinderbetreuung:
- Flexible Kinder-Betreuung: von wenigen Stunden bis zu einer traditionellen Tagesbetreuung
- Keine Stop-over und damit kein Zeitverlust mehr frühmorgens und abends auf dem Weg von und zur KiTa.
- Nähe zum Kind/Lunch oder gemeinsame Aktivitäte

Wer profitiert von einem Coworking Space mit Kinderbetreuung?
-
 Selbstständige
- flexible und damit moderne Arbeitgeber, welche die weiblichen Fachkräfte nicht «verlieren» wollen
- Mütter, die nicht reduzieren können, aber ihr Pensum flexibler einteilen wollen
- Mütter, die vom Home Office zum Coworking wechseln wollen

Erfolgreiche Beispiele

In den USA gibt es diverse erfolgreiche Coworking Spaces mit Kinderbetreuung. Zum Beispiel The Workaround – eine Gemeinschaft von Freelancern, Künstlern, Stay-at-Home-Eltern und vielen mehr, die eines gemeinsam haben: Es sind alles Eltern, die ein bisschen Zeit brauchen, um ihre Arbeit zu machen.

Ein weiteres Beispiel aus Amerika: Play, Work or Dash aus Virgina. Hier gibt’s eine Mitgliedschaft, die unlimitierten Zugang zum Coworking Space sowie bezahlbare Kinderbetreuung umfasst. Kinder von 9 Monaten bis 8 Jahre werden flexibel und professionell betreut, während Eltern Meetings abhalten, netzwerken unter Ihresgleichen und arbeiten können.

Irgendetwas hindert uns SchweizerInnen, unsere Kinder in eine Betreuung zu geben, die an einen flexiblen Arbeitsplatz gebunden ist. Vielleicht das Vorurteil, dass nur KiTas gut organisierte, liebevolle und professionell strukturierte Betreuung anbieten können. Dass ein Kind mindestens zwei Tage in der Woche fremdbetreut sein muss, damit es sich an ebendiese Fremdbetreuung gewöhnt. Oder dass sie ihre Kinder nur von einer Person betreuen lassen möchten und ausser der KiTa am Wohnort deshalb nichts anderes in Frage kommt? Oder ist es garamänd das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein, wenn wir unser Kind für ein paar Stunden abgeben, um unserem Job nachzugehen?

 

Die Leute sind so sehr gewohnt, Kinder und Arbeit zu trennen. In unserer Kultur gehen diese zwei Dinge einfach nicht Hand in Hand. Wenn mehr darüber geredet wird, gewöhnen sich die Menschen auch mehr an diese Idee.
Jill Salzman, Gründerin von The Founding Moms

 

In diesem Sinne: Lasst uns darüber reden. Oder anders: Füllt die Umfrage aus für den Tadah Coworking Space mit Kinderbetreuung. Und dann legen wir gemeinsam los.


Titelbild via The Wing