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Tadah

Lesen & aufräumen: «Magic Cleaning» von Marie Kondo.

Die Aufräum-Methode («KonMari»-Methode) von Marie Kondo soll nicht nur einen Generalangriff auf das alltägliche Chaos machen, sondern auch unsere Gedanken aufräumen.

«Magic Cleaning» wurde über eine Million Mal verkauft – da muss also etwas dran sein, dachten wir und machten uns an die Lektüre und dann ans Ausmisten.

Hier deshalb ein kurzer Abriss für all jene, die schlicht keine Zeit und Lust haben, das Buch zu lesen und trotzdem ein wenig Ordnung in Wohnung und Kopf bringen wollen. Und eines sei gesagt: Unsere Schubladen, Garderoben, Büro-Regale und Küchenschränke sind auch ein paar Wochen nach dem Test noch immer wunderbar aufgeräumt. Es funktioniert also. Und es macht süchtig.

 

Der einfache Grundsatz der «KonMari»-Methode: Behalte nur, was dir Freude macht. Und was du wirklich brauchst.

 

Aber alles der Reihe nach. Marie Kondo räumt nämlich nicht nach Zimmern auf, sondern nach Dingen. Also nach Kategorien. Und nicht Stück für Stück, sondern in einem Rutsch. Jedes einzelne Ding im Haushalt wird in die Hand genommen und geprüft: Macht es mich glücklich? Würde ich es wieder kaufen? Wenn ja: auf den Stapel «behalten», wenn nein: weg damit.

Es ist nicht beliebig, mit welcher Kategorie wir anfangen, da es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt. Fotos sind beispielsweise schwieriger auszusortieren als Kleider. Schliesslich haben Dinge – und zwar alle – neben einem physischen auch noch mindestens drei anderen Werte:

  • Funktionen: Ist der Gegenstand in Gebrauch?
  • Informationen: Ist der Gegenstand nützlich?
  • Emotionen: Hänge ich an diesem Gegenstand?

Und jetzt geht’s los, Kategorie für Kategorie. Wir beginnen, wie empfohlen, mit der ersten: den Kleidern. Hilfreich beim Ausmisten ist die kostenlose App von Marie Kondo. Hier wird man gezielt durch alle Kategorien geführt.

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1. Kleider

Alle (!) Kleidungsstücke sollen aus allen (!) Schränken genommen und aufs Bett gelegt werden. Ohne Ausnahme – von der Winterjacke im Estrich bis zu den Flip Flops im Keller. Wer viel davon hat, kann den Stapel in Unterkategorien einteilen: Oberteile, Unterteile, aufzuhängende Sachen, Strumpfwaren, Unterwäsche, Taschen, Kleinteile wie Schals und Gürtel, Outdoor-Wear, Taschen und Portemonnaies und Schuhe.

Beim Ausmisten spielt es keine Rolle, wie teuer das Kleidungsstück war, sondern, ob es einen glücklich macht, ob man es noch immer gerne anzieht.

Marie Kondo rät, soviel Kleider wie möglich zu falten und in eine Kommode zu verfrachten. Wie man die Kleider am besten zusammenlegt, gibt sie auch gleich zum Besten: Indem man sie nämlich «stehend» in die Schublade räumt. Das gilt für Unterhosen und Socken wie auch für Jeans oder Kapuzenpullis.

2. Bücher. 

Bücher wegwerfen schmerzt. Deshalb haben wir einen grossen Sack fürs Brockenhaus bereitgestellt und begonnen, das Bücherregal auszumisten. Auch hier gilt: Alles raus auf den Boden, sortieren in folgende Unterkategorien: Romane, Kochbücher, Magazine, Schulbücher, etc. «Welche Bücher würde ich wieder kaufen und werde ich bestimmt noch lesen?» Nach diesem Prinzip konnten wir so einige Regal-Leichen entsorgen. Und hatten plötzlich Platz für die eine oder andere Vase im Bücherregal.

3. Papier.

Achtung, jetzt wird’s etwas mühsam. Aber auch diese Kategorie kann rigoros ausgemistet werden: Unterlagen, Schriftstücke, Dokumente, Papiere, Formulare und viele Stapel ausgedrucktes Papier, das man aus irgendeinem Grund aufbewahrt hat. Hier eine vernünftige Ordnung reinzubringen ist zweifelsohne nicht ganz einfach. Aber machbar. Marie Kondo kennt hier keine Kompromisse: Die meisten Unterlagen seien grundsätzlich ein Fall für den Schredder. Man soll nach folgenden Kriterien vorgehen:

  • Benutze ich die Papiere jetzt?
  • Sind die Papiere eine Weile lang wichtig?
  • Muss ich die Papiere für immer aufbewahren?

Sich beispielsweise von Kursunterlagen zu trennen, ist schwierig. Wir sind stolz, dass wir trotzdem ein paar Kurs-Ordner, in die wir seit zehn Jahren keinen Blick mehr geworfen haben, dem Abfall übergeben konnten. Genauso wie stapelweise Gebrauchsanweisungen. Und am Ende war das Büro plötzlich wieder ein Büro. Sogar eines mit System.

4. Kleinkram.

Unsere Schubladen sind vollgestopft mit Dingen, über die man bloss den Kopf schütteln kann: übriggebliebene Metallteile irgendeines Gerätes, Glücksbringer, Nähzeug, Elektronik, Bastelsachen und – ganz schlimm – Beauty-Produkte. Und auch in der Küche stapelt sich so einiges Ungebrauchtes und Unbrauchbares. Dito im Wandschrank des Schlafzimmers: Bettzeug, Badetücher und so weiter. Raus, was man seit Jahren nie gesucht hat und deshalb wohl auch nicht braucht. Raus, was aus unserem Haushalt ein Privatmuseum macht. Raus, was uns schlicht keine Freude macht. Und alles wieder so einräumen, dass man auf einen Blick sieht, was in der Schublade oder im Schrank ist.

5. Erinnerungsstücke.

Die letzte Kategorie – mit Grund: Denn jetzt geht’s den Fotografien, den Souvenirs, den Alben, den Neujahrskarten an den Kragen. Jedes Foto soll einzeln angeschaut werden. Und wirklich: Ziemlich schnell merken wir, welche Fotos wir tatsächlich behalten möchten – übrigens erstaunlich wenige. Aus allen losen Fotos ein Fotoalbum machen.

Schulzeugnisse aus unserer Kindheit? Ab in eine Box und in den Keller. Briefe von Verflossenen? Loslassen.

Die letzten Schachteln und Schubladen werden geleert, ausgemistet, entsorgt. Und tatsächlich: Nach wochenlangem Aufräumen und Ausmisten (ja, bei uns Mütter geht’s gezwungenermassen etwas langsamer) haben wir es geschafft: Wir haben Platz geschaffen.

 

#tadahtipp Wie man diesen neugewonnenen Platz am besten nicht wieder mit Dingen füllt, die man nicht braucht, könnt Ihr bei den Grundregeln des Minimal Home nachlesen. Und auch über eine Minimal Garderobe haben wir uns schlau gemacht.


Titelbild von Natsuno Ichigo via Ten Speed Press