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Jean-Marc Mähr: vom Abenteuer Zweitfamilie.

In der Stadt aufgewachsen, lebt Jean-Marc Mähr heute auf dem Land. Und ist glücklich dort. Seit er und seine zweite Familie ausserhalb der Stadt wohnen, erleben sie Zürich noch intensiver. Was er als Papa gelernt hat, was er über Vereinbarkeit denkt und welche Lieblingsplätze in Zürich er Gästen als erstes zeigt, verrät er uns im grossen Tadah Interview. 

 


Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit unseren Partnern von

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Jean-Marc Mähr arbeitet in einem Finanzinstitut. Gemeinsam mit seiner Partnerin Sabine und ihrem gemeinsamen 12-jährigen Sohn Nicola wohnen sie in Langnau am Albis, Zürich.

Tadah: Jean-Marc, Deine jetzige Familie ist bereits Deine zweite. Erzähl.
Ich habe aus meiner ersten Ehe zwei erwachsene Zwillings-Töchter. Sie sind 28. Und mit meiner jetzigen Partnerin Sabine habe ich einen 12-jährigen Sohn. Und seit 4 Monaten haben wir einen Hund.

Die Gretchenfrage gleich zu Beginn: Gibt es Dinge, die Du als Vater jetzt anders machst als vor 28 Jahren?
Phu, das ist ganz schön schwierig zu beantworten. Wenn ich es mir damals hätte leisten können, auf 80% zu reduzieren, hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich noch mehr um die Zwillinge zu kümmern und so eine bessere Work-Life Balance zu erreichen – für alle Beteiligten.

Wir hatten damals die ganz klassische Rollen-Aufteilung. Meine damalige Frau hat sich tagsüber um die Mädels gekümmert, ich war arbeiten. Ich war dann – wie viele andere Väter damals auch – nur am Feierabend und am Wochenende so richtig präsent. Daraus ergaben sich natürlich einige Probleme. Man ist weniger Teil des Alltags und mehr der Blitzableiter, wenn man nach Hause kommt. Das ist auch für den Mann nicht zwingend eine einfache Situation, wenn man in der Peripherie der Kindererziehung agiert. Nach der Trennung war das Wochenend-Papasein irgendwie besser.

Wart ihr somit eine typische Patchwork-Familie?
Ja, das kann man schon so sagen. Die Mädchen waren sechs, als meine damalige Frau und ich uns trennten. Als ich mit Sabine zusammenlebte, waren die Zwillinge elf und waren oft bei uns. Sabine hat sich hier ebenfalls voll reingehängt und hat sehr viel gemacht mit den Mädchen. Das war für sie nicht immer einfach, aber sie war da mehr als nur eine Stütze. Die Zwillinge sind wie Töchter für sie. Wir sind eine Familie und Nicola hat ein grossartiges Verhältnis zu seinen beiden Schwestern.

Wie ist es denn heute mit Nicola?
Ich habe bereits Eltern-Erfahrung sammeln können. Somit ist vieles einiges entspannter. Zudem ist es «nur» ein Kind und meine Partnerin Sabine und ich können uns beide mit unseren Bedürfnissen und Hickups auseinandersetzen und müssen uns nicht aufteilen, weil verschiedene Kinder verschiedene Dinge von uns einfordern.

Du arbeitest heute immer noch 100% – genau wie damals. War es mal ein Thema, Dein Pensum zu reduzieren?
Ein Thema war es durchaus immer wieder. Aber es hat sich finanziell bei allen Kindern nicht ergeben. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, kein aktiver Teil der Erziehung unseres Sohnes zu sein. Man lernt ja auch aus Fehlern oder zumindest aus jenen Dingen, die früher nicht zum Ziel führten. Wir teilen uns ganz anders auf, als ich dies früher getan habe.

Wie habt Ihr Euch organisiert, als Nicola noch kleiner war?
Sabine war zuerst zwei, dann ein Tag dahiem. Die zwei Tage haben Kita und Sabines Mutter abgedeckt. Wir haben Nicola jeweils mit dem Auto zur Grossmutter oder in die Kita gefahren, danach hab ich Sabine in Züri bei ihrem Arbeitgeber abgeladen und bin dann selbst zur Arbeit gefahren.

Wie sieht denn Eure Aufteilung aus in Bezug auf die Erziehung Eures Sohns und auf das Haushalts-Management?
Sabine managt mit Nicola grösstenteils die schulischen Aspekte. In den anderen Erziehungsfragen einigen wir uns untereinander und bringen sie Nicola näher. Haushalts-Management teilen wir uns auf. Ich koche gerne, Sabine bäckt. Wäsche macht, wer zuerst vor der Wäschezaine steht, Reinigungsarbeiten teilen wir auf, für Pflanzen indoor ist Sabine zuständig und ich gehe draussen giessen. So ergibt sich alles Hand in Hand.

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Apropos outdoor: Du wohnst mittlerweile in Zürichs Agglomeration und nicht mehr in der City. Der Klassiker?
Ich bin in der Stadt Zürich aufgewachsen. Und habe mit meiner ersten Familie auch in Zürich gelebt. Sabine lebte in Langnau am Albis und war oft bei mir in der Stadt. Irgendwann haben wir begonnen nach einer neuen Bleibe zu suchen auf Homegate. Wir fanden natürlich wie alle anderen zuerst mal gar nichts. Ich habe dann auch bei industriellen Gebäuden weitergesucht und da war diese alte Scheune in Langnau, die uns megamässig gefallen hat. Zuerst war ein anderer Interessent, der den Zuschlag bekam, dieser sprang jedoch ein halbes Jahr später ab und dann kamen wir zum Zug. Wir haben den Innenausbau gemacht und sind nun seit zehn Jahren hier daheim.

Jetzt geniesse ich das «nahe» Land, das Dorfleben – weg von der Hektik, den hohen Mieten. Und doch zieht es uns mit der Familie immer wieder in die Stadt. Zürich hat unglaublich viel zu bieten, das kulturelle Angebot der Stadt ist grossartig.

Was unternehmt Ihr in Zürich am liebsten wenn Ihr in der Stadt seid?
Am liebsten gehen wir am Samstagmorgen im Kreis 4 frühstücken. Danach erkunden wir in der Umgebung neue Pop-Ups und Läden.

Nicht nur wir, auch Nicola braucht beides, das Land und die Stadt. Aber für ihn ist Langnau nicht «Land», für ihn ist es dasselbe. Wenn er etwas in Zürich unternehmen möchte, sei es Skaten beim Sihlcity oder in seine Manga-Läden, dann fahren wir ihn – es ist für ihn ein und dasselbe Territorium sozusagen.

Was sind denn Eure Lieblingsspots in Zürich?
Da gibt's viele. Nicola ist immer auf der Suche nach Sujets fürs Skizzenbuch, Sabine steht gern auf dem Stand up Paddel auf dem Zürichsee und ich bin auf der Jagd nach nachhaltigen Esswaren und cooolem Handwerk. Unsere Familien-Lieblingsplätzli sind unter anderem das Restaurant im Viadukt, ja, die Viaduktbögen ganz allgemein, die Josefwiese oder die Europaallee. Hier habe ich alle unsere Zürcher Lieblingsörtchen zusammengetragen.

Wenn Du jemandem nur einen Ort in Zürich zeigen könntet, welcher wäre das?
Die Viaduktbögen. Da gibt's wirklich tolle Shops, ob Food oder Non-Food. Zudem finde ich die Architektur genial. Das muss jede und jeder mal gesehen haben bei einem Züri-Besuch.

Mehr zu den Lieblingsplätzen der Familie Mähr lest Ihr hier. Noch mehr Familien-Tipps gibts bei Zürich Tourismus – für sportverliebte Familien, für Naturverliebte und für Kulturbegeisterte.

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Zurück zu Dir als Vater, als Zürcher, als Schweizer: Wo steht die Schweiz Deiner Meinung nach in Sachen Vereinbarkeit?
Ich habe immer das genommen, was mir mein Arbeitgeber zu bieten hatte. Während der Covid-Pandemie ist mein Unternehmen noch toleranter geworden. Neue Arbeitszeitmodelle wurden aufgestellt. Bei mir heisst das konkret: momentan arbeite ich zwei Tage im Büro, der Rest kann im Home-Office absolviert werden.

Es ist doch so: die grossen Corporates geben sich alle grosse Mühe, wenn es um Vereinbarkeit geht. Sie sagen: «Wir sind für Euch da.» Der Groove in Grossfirmen ist somit gut diesbezüglich, nur an der Umsetzung hapert es hier und da noch.

 

Ich bin für einen Vaterschaftsurlaub, der im gleichen Rahmen wie der Mutterschaftsurlaub stattfinden kann.

 

Was könnte in Deinen Augen verbessert werden?
Von Unternehmen promovierte Sabbaticals sollten gesetzlich verankert werden. Ausserdem bin ich für einen Vaterschaftsurlaub, der im gleichen Rahmen wie der Mutterschaftsurlaub stattfinden kann.

Was hätte Dir früher geholfen?
Ganz klar: die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Das hätte mich definitiv zu einem präsenteren Vater gemacht. Nur schon der Verzicht auf das Pendeln hätte so viel Zeit gespart.

Denkst Du, es ist an den Männern von heute, etwas zu ändern, damit Familien Beruf- und Privatleben besser vereinbaren können?
Ich denke, das kommt auf die Familienkonstellation an. Viele Männer sehen sich traditionell noch als Ernährer. Ein Mindset, das nicht einfach so geändert werden kann. Und von dem ich nicht beurteilen kann, wie stark es bei wem verankert ist. Auch wäre ein Finanzausgleich bei Eltern mit unterschiedlichen Gehältern, die sich für ein Teilzeitmodell zugunsten der Familie entschieden haben, sicherlich hilfreich. Das ist jedoch nicht alleine von Männern abhängig.

Wie unterstützt Du Deine Frau konkret?
Wir unterstützen uns gegenseitig. Sie mich mit ihren, ich sie mit meinen Stärken. Sei dies bei Nicola, im Haushalt oder überhaupt im Leben.

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Apropos Unterstützung: Es ist ja nicht nur so, dass man sich Freiräume gibt zum Arbeiten, was ist mit der Me-Time, den Hobbys?
Ach, die Hobbys. Davon habe ich viele und die ändern sich auch immer mal wieder. Da Nicola mittlerweile älter ist, habe ich auch wieder mehr Zeit - vermeintlich zumindest.

Wofür konkret?
Ich habe eine alte Nähmaschine gekauft und nähe momentan Taschen für Dinge, die bis anhin keine Tasche hatten. Angefangen hat es mit einer Tasche für meinen Wagenheber. Dann folgte eine für die Yogamatte. Und irgendwie hab ich grad sehr Freude daran und vertreibe sie auch.

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Betreuungssituation:
Jean-Marc arbeitet 100% und seine Partnerin Sabine 80%, als ihr Sohn Nicola kleiner war arbeitete Sabine 60%. Damals war Nicolas zwei Tage in der KiTa und einen Tag bei der Mutter von Sabine.


Bilder von Dominic Wenger